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Driver-Srixon-Z765-haube

Bei unserem Drivertest auf der PGA Show im Januar haben wir die wichtigsten der Driver für die Saison 2017 unter die Lupe genommen. Einzelne Driver wie der Srixon Z765 sind positiv aufgefallen, weswegen wir uns entschieden haben, einen noch ausführlicheren Test durchzuführen. Um nicht voreingenommen an den zweiten Test heran zu gehen, haben wir mit Patrick Kopp, Spitzname Paddy, einen der besten deutschen Nachwuchsspieler hinzugezogen (er war 2016 unter den Top Ten auf der Pro Golf Tour). Paddy musste sich unter Anleitung verschiedenen Tests unterziehen, mit welchen wir herausfinden wollten, wie gut der neue Srixon Driver wirklich ist.

Hier ein paar Infos über den Srixon Z765 sowie der Testumgebung:

LaunchmonitorForesight GC2 + HMT
SchlägerkopfSrixon Z 765
Loft/Lie /Kopfgewicht /Kopfgröße8,5° / 57,5° /205g /445cc
SchaftMiyazaki 65 X
Schaftlänge / Schwunggewicht45“ / D5
BallVice Pro Plus
TestumgebungIndoor mit Leinwand

Folgende Tests haben wir nach einem ausführlichem Warm-Up durchgeführt:

1. Wie viele Schläge landen im Ziel?

Paddy hatte die Aufgabe, aus zehn Schlägen möglichst viele mit seiner normalen Geschwindigkeit ins Ziel zu schlagen. Dabei haben wir eine Fairway-Breite von 40 Metern als Limit gesetzt – eine Abweichung von +/- 20m wurde also akzeptiert. Paddy schaffte es, sieben von zehn Schlägen mit dem Srixon Z765 in den Korridor zu spielen. Den Durchschnitt seiner Ballflugdaten findet ihr in der Übersichtstabelle in Spalte 2 („Standardschlag“). Für einen Driver und Schaft, den ein Spieler nicht kennt, ist das durchaus ein starkes Ergebnis.

2. Ballflugparamter bei voller Power

Weniger gute Amateure als auch PGA Pros schlagen einen normalen Drive mit maximaler Geschwindigkeit. Wir wollten wissen wie sich die Ballflugdaten verändern, wenn Paddy mit dem Srixon Z765 Vollgas gibt. Die Ergebnisse findet ihr in Spalte 3 („120% Power) der Übersichtstabelle. Neben der Ballgeschwindigkeit nehmen Spin als auch Flughöhe zu. Für einen Spieler, der nicht extrem viel Backspin auf den Driver bringt, ist der Kopf also auch bei voller Geschwindigkeit noch geeignet. Richtige Longhitter oder Highspinner könnten hier an ihre Grenzen kommen und sollten diesen Kopf mit wirklichen Low-Spin-Köpfen vergleichen. Bei Paddy fiel auf, dass die Streuung bei höherer Geschwindigkeit sogar niedriger als bei normaler Geschwindigkeit war.

3. Spitzen- vs. Hackentreffer

Es gibt etliche Driver auf dem Markt, die bei einem guten Treffer exzellent performen, aber schlechte Ergebnisse bei Off-Center-Treffern liefern. Ein Spitzentreffer sollte bei sonst kontanten Schwungparametern durch den Gear-Effekt einen Linksdrall (Hook) produzieren Ein Hackentreffer einen Rechtsdrall (Slice). Es gingen nur Schläge in die Wertung, bei denen Paddy die Bälle mit dem Srixon Z765 eine halbe Ballbreite außerhalb des Mittelpunktes der Schlagfläche getroffen hat – also durchaus schlechtere Schläge. Die Ballflugdaten findet ihr wieder in der Übersichtstabelle in Spalte 4 („Spitzentreffer“) und 5 („Hackentreffer“). Sowohl Spitzen- als auch Hackentreffer fallen vom Ergebnis noch ordentlich aus. Auch ein durchschnittlicher Spieler hat also die Chance, mit diesem Driver Spaß zu haben. Im Zweifel ist der Treffer in Richtung Spitze der Schlagfläche der bessere Fehlschlag, da hier eine Draw-Kurve und damit weniger Backspin unterstützt wird. Der Verlust an Schlagweite ist somit geringer im Vergleich zum Hackentreffer. Wer nach maximaler Spielbarkeit – und nicht nach Länge sucht-, findet aber sicher noch fehlerverzeihendere Driver auf dem Markt.

4. Dünne vs. Fette Kontakte

Jeder Spielertyp hat eine eigene Tendenz: Entweder trifft man den Driver eher etwas dünn (unten auf der Schlagfläche) oder fett (oben an der Schlagfläche). Paddy musste bei unserem Test Treffer produzieren, die eine Ballbreite oberhalb und unterhalb der Mitte lagen. Die Durchschnittswerte der Ballflugdaten mit dem Srixon Z765 befinden sich in Spalte 5 („Dünn“) und 6 („Fett“) der Übersichtstabelle. Der Unterschied hinsichtlich der Backspin-Rate beträgt ca. 1000 rpm und führt dazu, dass der Ball 10 Meter kürzer fliegt (carry) und sicherlich noch etwa 10 Meter kürzer ausrollt. 20 Meter Unterschied bei ähnlicher Ballgeschwindigkeit sind nicht wenig, wobei man wissen muss, dass das auf so gut wie jeden Driver zutrifft. Hier hilft nur, im Zweifel lieber zu weit oben als zu weit unten auf der Schlagfläche treffen.

PerformanceClub Speed [mph]Ball Speed [mph]Launch [°]Side Spin [rpm]Back Spin [rpm]Height [m]Carry [m]
Standardschlag113.516812,3°279L227233.5269
120% Power116.3172.513.9296L250242.7277
Spitzentreffer112.9164.110,9°521L198625.3256
Hackentreffer113.1163.110,2°415R276029.9249
Dünn113.3162.410,8°91R289832.6249
Fett112.816412,2°673L159323.5258
Durchschnitt113.7165.713.9211L233531.3260

 

Fazit von Paddy über den Srixon Z765:

„Das klassische Design und das neutrale Set-up haben mich angesprochen. Der Kopf sieht nicht nach Hightech aus, überzeugt aber durch Farbe und Form. Manchmal ist weniger mehr, trifft es vielleicht ganz gut. Ich persönlich stehe nicht auf die ganzen Verstellmöglichkeiten und Gewichte, da sie vor allem den Amateur dazu verleiten, ständig am Schläger zu drehen. Sehr gut finde ich, dass sich keine Zielhilfe, die oft nicht mittig gesetzt ist, auf dem Kopf befindet. Beim ersten Kontakt fiel mir auf, dass der Schläger eher zu den leichteren gehört. Feedback und Klang sind sehr angenehm und direkt. Ich habe sofort gespürt, wo ich die Bälle getroffen habe. Auch schlechte Treffer haben sich noch recht angenehm angefühlt, was je nach Spieler, ein Vor- oder Nachteil sein kann. Insgesamt würde ich mir noch etwas weniger Sidespin wünschen, und für bessere Spieler eine Version, die weniger leicht zu hooken ist. Für die meisten Amateure ist es aber mit Sicherheit ein Vorteil, dass sich mit dem Z765 leicht ein Draw schlagen lässt. Positiv ist natürlich auch, dass der Kopf für Linkshänder verfügbar ist.

Paddys Bewertung:

Optik ★★★★★

Feedback ★★★★★

Fehlertoleranz ★★★★☆

Shaping ★★★☆☆

Schlagweite ★★★★★

 

Srixon Z765 Driver: Eignung nach Spielertyp:

Paul ProfiX
Leo Longhitter
Werner WildX
Georg GemütlichX
Bruno Beginner
Doro DynamischX
Renate Ruhig

 

Tags : DriverDrivertestPGA Show 2017Srixon Z765
Luke Links

The author Luke Links

Luke Links ist natürlich ein Pseudonym, aber etwas Wahrheit steckt durchaus dahinter: am meisten Spaß hat der Autor auf Links-Plätzen. Außerdem spielt Luke gerne Matchplay und interessiert sich für das Design von Golfplätzen. Aktuell ganz hoch im Kurs: Bill Coore & Ben Crenshaw.

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