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Oliver Heuler ist einer der bekanntesten Golflehrer Deutschlands. Er hat unter anderem 14 Bücher geschrieben und unzählige Videos produziert (hier geht es zu seinem Youtube-Kanal). Eine 50-minütige Unterrichtsstunde kostet 200 Euro (unterrichtet wird im Golfclub Fleesensee).

 


Golfbeat: Ist eine PGA-Ausbildung zwingend notwendig, um gutes Training geben zu können? Und ist es von Vorteil, wenn der Lehrer selbst ein guter Spieler war?

Oliver Heuler: Es gibt knapp 2.000 PGA-Golflehrer in Deutschland. Zwingend ist die PGA-Ausbildung sicher nicht nötig, aber wer in Deutschland den Ehrgeiz hat, ein wirklich guter Golflehrer zu werden, der wird früher oder später bei der PGA landen. Bevor man die Ausbildung dort nicht gemacht hat, weiß man ja nicht, ob man dort nicht eventuell etwas verpasst. Ich habe mich auch lange als Coach in der Ausbildung der PGA engagiert und habe ja sogar das Unterrichtshandbuch geschrieben, zumindest den Teil über Technik und Didaktik. Das spielt aber in der heutigen Ausbildung keine große Rolle mehr. Die Verantwortlichen setzen da inzwischen andere Schwerpunkte. Ich selbst habe das meiste außerhalb der PGA gelernt: bei John Jacobs, Denis Pugh, Hank Haney und Ralph Mann.

Zu der Frage der Spielstärke: Meinen Lehrlingen habe ich immer gesagt, dass sie sich darum bemühen sollen, gutes Golf zu spielen. Wer die Schläge und Schwünge, die er seinen Schülern empfiehlt, nicht vormachen kann, wirkt unglaubwürdig. Wenn man Bundestrainer werden will, wird es bei Jungs, Junioren und Herren auch schwierig, wenn man nicht auf sehr hohem Niveau spielt. Ich habe damals immer gemerkt, dass mir die Jungs mehr Gehör geschenkt haben, wenn ich sie mal auf dem Platz schlagen konnte. An der Qualität meiner Korrekturen hat das freilich nichts geändert.

Golfbeat: Sollte ein Golftraining in gewissen Punkten bei unterschiedlichen Trainern immer gleich aufgebaut sein? Wenn ja, wie?

Oliver Heuler: Es ist schwierig, allein am Aufbau der Golfstunde zu erkennen, ob man beim richtigen Trainer gelandet ist. Ich nehme an, dass das der Hintergrund der Frage ist. Das beste Merkmal eines guten Unterrichts ist ein besserer Ballflug. Wenn ich zu Anfang der Stunde geslict habe, dann kann der Unterricht nicht so schlecht gewesen sein, wenn mir am Ende Draws gelingen. Der Löffler ist zurecht glücklich, wenn er nach der Korrektur Ball-Boden-Kontakte hat. Und wenn der Ball nach der Stunde zehn Meter weiter fliegt als vorher, ist das auch eindeutig ein gutes Zeichen.

Golfbeat: Gibt es eine Grundregel wie viele verschiedene Aspekte in einer Einheit maximal angesprochen werden sollten?

Oliver Heuler: Auch wenn die Antwort unbefriedigend scheint: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Zwei Dinge vor dem Schlag und zwei währenddessen, bekommen die meisten noch hin. Darüberhinaus wird es schwierig, aber manchmal ist es nicht zu vermeiden.

Golfbeat: Was sollte man bei der Trainersuche beachten?

Oliver Heuler: Am besten man spricht mit Schülern dieses Trainers und fragt sie, wie lange es gedauert hat, bis der Ball besser geflogen ist.

Golfbeat: Wie kann sich ein Schüler optimal auf eine erste Trainerstunde bei einem neuen Coach vorbereiten?

Oliver Heuler: Am besten er beobachtet seinen eigenen Ballflug genau, sodass er den gut beschreiben kann. Zum Beispiel: Ich slice die Hölzer, pulle die Eisen, schlage häufiger fett als dünn und treffe eher mit der Hacke als mit der Spitze.

Golfbeat: Was möchtest du beim ersten Zusammentreffen mit einem Schüler von ihm wissen?

Oliver Heuler: Ich will wissen, wie lange und wie oft und welche Scores er spielt. Ich frage ihn nach seinen typisch schlechten Schlägen und wie er sich die erklärt.

Golfbeat: Sollte ein Trainer nicht zum Start eines langfristigen Trainingsprozesses mit seinem Schüler über den Platz gehen, um sich ein Bild von dessen Spiel zu machen?

Oliver Heuler: Das ist eine Frage von Kosten und Nutzen: Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen, ist das optimal. Am besten wäre es, der Trainier begleitete ihn sogar bei einem Turnier. Ich habe früher häufiger meine Lehrlinge mit über den Platz geschickt, denn die waren auch in der Lage, ziemlich objektiv zu bewerten, woran es mangelt. Wenn Zeit und Geld allerdings eine Rolle spielen, rate ich davon ab. Je höher die Vorgabe, desto schneller kann ich schon nach ein paar Schlägen auf der Range sehen, wo es mangelt, und je niedriger die Vorgabe desto besser kann der Schüler mir sagen, was ihm auf dem Platz den Score ruiniert.

Golfbeat: Ist es sinnvoll, verschiedene Trainer auszuprobieren bevor man sich auf eine langfristige Bindung einlässt?

Oliver Heuler: Wenn man mit dem ersten gleich sehr glücklich ist, wird man sowieso nicht wechseln und wenn man sich bei einem Trainer noch unsicher ist, dann hat man noch nicht den richtigen gefunden. Im Zweifel lieber wechseln. Man kann ja auch wieder zurückgehen. Sollte der Trainer das vom Ego her nicht verkraften, ist er eh nicht der richtige.

Golfbeat: Woran erkenne ich ob ein Trainer eher für gute Golfer, für normale Golfer oder sogar Anfänger geeignet ist? Bedarf es einer besonderen Ausbildung, um eine bestimmte Gruppe von Golfern trainieren zu können?

Oliver Heuler: Vom Anfänger bis etwa Vorgabe vier braucht der Trainer keine unterschiedlichen Fähigkeiten. Wenn der Golfer irgendwann konstant Ball-Boden-Draws schlagen kann, werden andere Dinge wichtig. Hier braucht man dann auch Radar-Geräte und auch 3D-Systeme sind hilfreich, um die letzten Meter und/oder noch weniger Schläge herauszukitzeln.

Zur lesenswerten Webseite von Oliver Heuler geht es hier.

Tags : BallflugGolflehrerGolftrainingOliver HeulerPGA of Germany
GolfBeat Team

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