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PXG

Sind die Golfschläger von PXG die besten der Welt? Preislich ist die neue Marke von US-Milliardär Bob Parson auf jeden Fall ganz oben angesetzt. Aber kann PXG auch spielerisch überzeugen? Golfbeat hat sich den Eisensatz PXG 0311 genauer angesehen und getestet.
Das sind schon ein paar große Namen auf der Tour, die die Newcomerbrand PXG neuerdings unter Vertrag hat. Neben Lydia Ko, der Nummer eins der Damenwelt, laufen u.a. auch Billy Horschel, Zach Johnson oder Charl Schwartzel mit den Schlägern aus den USA auf. Zudem ist Anna Rawson ein sogenannter Brand Ambassador: Ein geschickter Schachzug, denn das Model ist bestens verdrahtet in der Golfszene.

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US-Milliardär Bob Parson hatte sich bereits vor dem Ausstieg von Nike die besten Ingenieure eingekauft. Die Vorgabe: Einen Schläger zu konzipieren der einfach besser ist – egal zu welchen Kosten. Besser heißt bei Parson: Mehr Länge, eine höhere Fehlertoleranz und ein besseres Feedback. Hohe Anforderungen für eine Marke, die neu auf den Markt kommt.

PXG Eisen 0311 – Technologie

Schlägerkopfsohle, Rückseite und Hosel sind aus einem Stück geschmiedet (S25C Carbon-Stahl). Durch die kompakte Verarbeitung entsteht ein weiches Feedback im Treffmoment. In der Kopfmitte wurde per Fräsung ein Hohlraum geschaffen. Durch die eingesparte Masse im Zentrum des Schlägers konnte Gewicht nach außen verlagert werden.

Tungsten-Gewichte bringen mehr Masse nach außen in die Peripherie des Schlägerkopfs. Dadurch wird die Fehlertoleranz (MOI) gesteigert. Verantwortlich dafür sind elf für PXG charakteristische Tungsten-Gewichte, die auf der Rückseite zu sehen sind. Mit Hilfe verschiedener Schrauben aus Wolfram oder Titan kann man beim Fitting das perfekte Schwunggewicht finden und auch extremen Flugkurven (Slice, Hook) gegensteuern.

Im Hohlraum hinter der Schlagfläche ist ein elastisch verformbarer High-Tech-Kunstoff (TPE) verarbeitet, um die dünne Schlagfläche zu stabilisieren und Vibrationen abzudämpfen. Resultat: Ein sehr weiches Schlaggefühl und ein angenehmer Klang im Treffmoment. Außerdem besitzen die Eisen eine Schlagfläche aus HT1770-Stahl, die extrem dünn ist. Das resultiert in einem besonders hohen Feedback – und spart zusätzlich Gewicht ein.

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Drei Kopfformen: PXG 0311

  • PXG 0311T (schmal)
  • PXG 0311 (mittel)
  • PXG 0311XF (breit)

PXG bietet drei verschiedene Versionen: Für Anfänger bis zum Tourspieler. Was uns aus der Fitting-Perspektive sehr gut gefällt, ist die Möglichkeit, die längeren Eisen (z.B. #4 bis #6) in einer breiteren Ausführung zu spielen und bei den kürzeren Eisen (#7-PW) auf ein schmaleres Modell zu gehen. Dadurch lassen sich die Eisen auf eine Vielzahl von Spielertypen anpassen.

Den generellen Trend, den viele guter Spieler bereits gehen, hat sich auch PXG auf die Fahnen geschrieben: Echte Blades werden nicht angeboten. Selbst das schmale 0311T-Eisen geht mit einer komfortablen Breite an den Abschlag und ist nicht mit herkömmlichen “Tour-Modellen” oder Blades zu vergleichen.

Sogar auf der US PGA Tour haben nicht alle PXG-Staff-Spieler die “Tour-Version” 0311T im Bag. Bei den normalen Längen setzten einige Pros auf die Version 0311. Bei den langen Eisen wird auch die breite Variante 0311XF nachgefragt.

PXG 0311 im Test

Beim Test am Launchmonitor konnten wir die PXG-Eisen auf Performance checken. Unsere Testperson spielt selbst aktiv in der KRAMSKI Deutsche Golfliga mit HCP+2.

Tatsächlich war der Launch (Abflugwinkel) etwas höher als bei herkömmlichen Eisen. Genau wie die Spinrate. Beide Effekte sind zwar nicht extrem, aber trotzdem erstaunlich. Denn eine derartige Veränderung des Ballflugs haben wir selten beim Vergleich zweier Eisen erlebt.

Bei einem simplen Ballspeed-Vergleich mit je 30 Schlägen (Eisen#7 PXG 0311T vs. Eisen#7 Titleist CB 714 / gleicher Loft) konnte bei PXG im Durchschnitt aller Treffer ein um ca. 3% höherer Ballspeed gemessen werden.

Bei unserer Testperson resultierte dies in einem Plus von 6,7 Meter in der Schlagweite. Dies entspricht ziemlich genau einem halben Eisen mehr Länge bei gleicher Schlägerkopfgeschwindigkeit.

Auffällig war, dass beim PXG-Eisen auch Treffer außerhalb des Sweet-Spots noch mit viel “Zug” vom Blatt gingen. Das spricht für die von PXG versprochene Fehlertoleranz durch die Verlagerung von Gewicht nach außen, also weg vom Sweetspot.

Der hohe MOI (Fehlerverzeibarkeit) macht sich auch in der Richtungsabweichung bemerkbar. Im Schnitt landeten die Schläge unserer Testperson mit dem PXG Eisen 43cm näher an der Fahne. Der entscheidende Pluspunkt war jedoch die niedrigere Standardabweichung (4,33 Meter vs. 3,24 Meter). Das bedeutet, dass die Schläge mit weniger Streuung näher an der Fahne landeten.

Das Schlaggefühl ist weich und sehr angenehm. Beim Test konnte unser Tester exakt sagen, wo auf der Schlagfläche er den Ball getroffen hatte. Wir haben dann die Aussage mit Hilfe von einem Impact-Spray überprüft. Die Differenzierung von Sweet-Spot-Treffern und Off-Center-Hits ist extrem gut möglich.

Generell vermittelt die breite, aber nicht klobige Kopfform viel Vertrauen im Setup.

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Fazit: PXG 0311 Eisen

Die wohl wichtigste Frage: Wieso sollte jemand sow viel Geld für einen Eisensatz ausgeben?

Ganz klar, PXG ist nichts für jemanden, der gerade mit dem Golfen anfängt. Für alle anderen kommen die Eisen theoretisch in Frage. Ein klares Argument liefern die PXG-Eisen: Technologie!

Als Clubfitter sehen wir oft Eisen, die teilweise 20 Jahre oder älter sind. Was für uns dabei immer wieder erstaunt: Die alten Eisen sehen fast identisch aus wie die neuen Eisen. Auch bei der Verarbeitung (Reshafting oder Loft,- und Liebiegen) sehen wir kaum einen Unterschied zwischen 1995 und 2016. Im Vergleich zu Hölzer oder Putter sind wir bei den Eisen eher enttäuscht von der Industrie. PXG berschreitet mit innovativer Technologie neue Wege.

Wie im Test beschrieben haben uns die Eisen überzeugt. Die Performance stimmt, das Schlaggefühl ist top und die Fehlertoleranz scheint sehr hoch zu sein (kann man leider schwer messen). Wir hatten den Eindruck, dass auch Treffer jenseits des Sweet-Spots lang und gerade flogen. Unsere Testperson war auf jeden Fall beeindruckt.

Wer Marken wie TaylorMade, Mizuno, Titleist oder Callaway gekauft hat und weiter in diesem Preissegment sucht, ist bei PXG fehl am Platz. Für Spieler, für die Honma, Miura, Epon oder Vega keine Fremdworte sind, ist PXG ein heißer Kandidat.

Die edle Verarbeitung und Hightech lässt sich PXG gut bezahlen und ein Eisenset kostet ab 2.500 Euro. PXG hebt sich dadurch preislich ganz klar von den Standardmarken ab. Kein PXG-Schläger soll im Handel ohne Fitting erhältlich sein. Dadurch ist PXG nichts für Schnäppchen-Jäger und möchte bewusst Golfer ansprechen die Performance, Qualität und Design erleben möchten.

Tags : Bob ParsonEisenPXGPXG 0311Schlägertest
GolfBeat Team

The author GolfBeat Team

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