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Bild: Jan Kahanek, Unsplash

Wisst Ihr Eure genauen Schlaglängen? Falls nicht, wird es höchste Zeit, diese zu messen und schriftlich festzuhalten. Vor allem zu Beginn der Saison ist ein Überprüfen sinnvoll.

Zwischen 150 und 165 Meter schlagen die Profis auf der PGA Tour im Schnitt ihr Eisen 7 (Statistik von TrackMan in 2014). Gemessen wurde dabei die Carry-Distanz, allso der Ballflug ohne Ausrollen.

Was wir Amateure daraus lernen können? Einerseits: Dass wir wohl nie Profi werden. Andererseits: Dass wir genau wissen sollten, wie weit wir jeden Schläger im Bag schlagen. Carry. Und mit Roll.

Natürlich gibt es immer Variablen, die die Einschätzung erschweren. Niedrige Temperaturen, Nässe und sogar die Lage des Platzes (sehr hoch über dem Meeresspiegel fliegen die Bälle weiter) können einen Einfluss auf die Schlagweite haben. Das gilt natürlich auch für den Ball. Eine sehr harter Ball fliegt in der Regel etwas weiter und rollte auch länger aus.

Aber zurück zu den Basics. Als guter Golfer muss man seine Schlaglängen wissen. Und zwar von jedem einzelnen Schläger im Bag. Es macht dabei Sinn, diese in ein Notizbuch einzutragen und ab und an zu überprüfen (verwendet am besten ein kleines, das bleibt dann im Bag). Vor allem zu Beginn der neuen Saison kann es sein, dass sich die Schlaglängen leicht verändert haben. Zum Beispiel durch Krafttraining im Winter. Beim Kauf neuer Schläger ist das Vermessen natürlich ebenfalls ein Muss.

Kleiner Tipp in Sachen Fitting: Grundsätzlich sollte zwischen jedem Eisen ein Entfernungssprung von rund zehn Metern sein. Das könnte dann beispielsweise so aussehen:

    • Eisen 8, carry: 140 Meter; mit Roll: 145
      Eisen 7, carry: 150 Meter ; mit Roll: 155
      Eisen 6, carry: 160 Meter; mit Roll 165

 

Wie messe ich meine Schlaglänge?

Auf dem Platz

Aus unserer Sicht die beste Variante. Allerdings benötigt Ihr dafür etwas mehr Zeit auf den Löchern und einige Bälle, die Ihr auch im Turnier spielt. Sucht Euch also einen Tag aus, auf dem wenig los ist. Außerdem sollte es windstill sein und “normale” Bedingungen haben (18 bis 25 Grad). Messt eine Entfernung zur Fahne mit einem Laser oder GPS-Gerät und schlagt dann mehrere Bälle auf das Grün. Da Ihr die Entfernung zur Fahne wisst, könnt Ihr im Anschluss die Carry-Länge der Bälle ermitteln (z.B. 146 Meter zur Fahne; Eisen 8 liegt nah der Pitch-Marke fünf Meter vor der Fahne; Carry-Länge Eisen 8: 141 Meter). Nicht vergessen: Pitch-Marken ausbessern! Damit das Ganze nicht zu langweilig wird, empfehlen wir, auf jedem Loch nur einen Schläger zu messen.

Die Hölzer lassen sich am besten vom Tee messen (GPS oder Laser zurück zum Abschlag). Hier reicht es aus, auf einer Runde einmal alle Drives zu messen und zu notieren, wie Ihr den Ball getroffen habt.

Auf der Driving Range (mit Laser)

Früh Aufstehen ist dabei meistens angesagt, denn Ihr benötigt eine leere Driving Range ohne Neigung (hilfreich: kein Wind und keinen ganz harten Boden). Pro Schläger spielst du 5 bis 7 Bälle in dieselbe Richtung. Nicht gut getroffene Bälle kommen aus der Wertung. Dann geht es zu dem Punkt, wo die Bälle liegen – und von dort lasert Ihr zurück zu Eurem Bag. Alternativ kann man das Ganze auch mit einem Schrittmesser durchführen. Wichtig dabei: Verwendet ein Ballmodell, das Ihr auch auf der Runde spielt und achtet darauf, ob der Ball carry landet oder noch ausrollt bzw. noch nach vorne springt.

Mit einem Launch-Monitor

Die Technik misst die genaue Schlaglänge. Auch hier ist es wichtig, gute Bälle zu verwenden und nicht mit Driving-Range-Bällen zu messen. Einziges Problem: Flight Scope, Foresight oder Trackman sind leider richtig teuer. Daher haben so ein Gerät meist nur Profis oder Golfschulen. Oft ist es aber möglich, eine Stunde zu buchen und dann mit dem Pro den Launch-Monitor zu benutzen. Fragt einfach Euren Pro.

Tags : CarryLaserLaunch MonitormessenNotizbuchRollSchlaglängeSchlagweite
Luke Links

The author Luke Links

Luke Links ist natürlich ein Pseudonym, aber etwas Wahrheit steckt durchaus dahinter: am meisten Spaß hat der Autor auf Links-Plätzen. Außerdem spielt Luke gerne Matchplay und interessiert sich für das Design von Golfplätzen. Aktuell ganz hoch im Kurs: Bill Coore & Ben Crenshaw.

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